Konzept der Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Endoskopie (AGE)  zur Förderung der Ausbildung und Weiterbildung in der gynäkologischen Endoskopie

J. Hucke, R. L. De Wilde, K. Kolmorgen, D. Wallwiener

Endoskopische Operationstechniken haben in der Gynäkologie einen hohen Stellenwert erreicht.

So wird an entsprechenden Zentren und Kliniken inzwischen die Mehrzahl gynäkologischer Operationen über den endoskopischen Zugang ausgeführt.

Dies hat für die Patientin den nachgewiesenen Vorteil der reduzierten operationsbedingten Morbidität mit geringeren postoperativen Schmerzen und verkürzten postoperativen Liegezeiten. Das deutsche Gesundheitswesen befindet sich zurzeit im Umbruch mit einer zunehmenden Vernetzung von stationärem und ambulantem Sektor und einer grundlegenden Änderung des Abrechnungssystems im stationären Bereich auf die DRGs.

Die Ökonomisierung des Gesundheitsbetriebes mit Kürzung personeller und zeitlicher Ressourcen begleitet von zunehmender Subspezialisierung hat allerdings auch deutlich erkennbare negative Auswirkungen auf Umfang und Qualität der Ausbildung der nachwachsenden Generation junger Ärztinnen und Ärzte.

Gerade in operativen Fächern besteht in der durchschnittlichen, ausbildenden Klinik häufig nicht mehr die Zeit und Möglichkeit operative Techniken einschließlich der Endoskopie umfassend zu erlernen. Leider wird diese Fehlentwicklung durch Nivellierung der geforderten operativen Tätigkeit für die Erlangung der Facharztqualifikation zusätzlich gefördert.

Die Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Endoskopie möchte durch Einführung eines strukturierten Ausbildungskonzeptes jungen Ärzten und Ärztinnen die Möglichkeit geben, Defizite im Bereich der klinischen Ausbildung zu kompensieren und sie in einem abgestuften Konzept an die gynäkologische operative Endoskopie heranführen.

Hierzu werden deutschlandweit nach festgelegten Kriterien endoskopische Ausbildungs zentren von der AGE benannt, welche regelmäßig Kurse und Hospitationen anbieten werden. Arzt/Ärztin selber können den zunehmenden Grad ihrer endoskopischen Kenntnisse und Erfahrungen von der AGE durch Erwerb einer abgestuften Qualifikation bestätigen lassen.

Das Konzept wurde erstmals vorgestellt im Rahmen der 2. Tagung des „Forum operative Gynäkologie“ im November 2005 in Berlin, in den Gremien der AGE diskutiert und optimiert und bei der Jahrestagung der AGE am 19. Mai 2006 vom Vorstand, Beirat und der Mitgliederversammlung verabschiedet.

Wir möchten mit diesem Konzept einen Beitrag leisten zur Verbesserung der Ausbildung junger Frauenärztinnen und -ärzte und langfristig hiermit auch beitragen zur Senkung operationsbedingter vermeidbarer Komplikationen in der gynäkologischen Endoskopie.

Das Konzept ist unterteilt in eine personenengebundene Qualifizierung im Bereich der gynäkologischen minimal- invasiven Chirurgie (MIC I, II und III) und in eine institutionelle Qualifizierung von sogenannten Ausbildungszentren.

Bitte richten Sie Ihren Antrag an:
Sabine Oehlrich
Geschäftsstelle der AGE
Habichtweg 7
21244 Buchholz/Nordheide
  • Prof. Dr. J. Hucke, Wuppertal
  • Prof. Dr. K. Kolmorgen, Rostock
  • Prof. Dr. Dr. R.L. De Wilde, Oldenburg
  • Der Vorstand der AGE
  • Die Past-Präsidenten der AGE
  • Der Beirat der AGE