Nachruf Dr. Rolf Peter Lueken

Dr. Rolf Peter Lueken 

Unser schmerzlich vermisster Kollege und Freund.

Ein Nachruf auf die passionierte Leitfigur und den hochgeschätzten Pionier der gynäkologischen endoskopischen Chirurgie.

Dr. Rolf Peter Lueken absolvierte sein humanmedizinisches Studium in Innsbruck, Göttingen und Kiel. Es folgten die Facharztausbildung in Harburg und schließlich der Wechsel als Oberarzt zu Prof. Dr.  H.-J. Lindemann ans Elisabeth Krankenhaus in Hamburg-Eimsbüttel.                                                                                                                                      

Am 6. Juni 1984 dann der mutige Schritt in die Praxis mit Gründung eines ambulanten Operationszentrums. Gemeinsam mit Adolf Gallinat führte Rolf Peter Lueken dort Hysteroskopien und ambulante Laparoskopien durch.

Die hohe Zufriedenheit der Patientinnen führten die Tagesklinik zum Erfolg – 1991 war eine Erweiterung der Operationskapazitäten nötig, es folgte der Umzug in die Altonaer Straße.

Als Visionär und Pionier war Wolf Peter Lueken neben der wissenschaftlichen Arbeit der Austausch über Entwicklungen der Endoskopie ein Anliegen. 

Als prägender Vordenker auf nationaler und europäischer Ebene orchestrierte Rolf Peter Lueken auch den frühzeitigen Austausch mit der internationalen Fachwelt. Er war es, der die Anbindung der deutschen minimal-invasiven gynäkologischen Chirurgie an die American Association of Gynecological Laparoscopy (AAGL) ermöglichte.

Als Meister der Integration brachte er die laparoskopische und hysteroskopische Welt auf deutscher und europäischer Ebene zusammen und vereinte die deutsche minimal-invasive Chirurgie in der Gynäkologie.  

Sein Engagement auf Kongressen - unter anderem innerhalb der AAGL - führte zu zahlreichen Neuerungen und Veränderungen. 1989 führte er gemeinsam mit dem renommierten Endoskopiker Harry Reich die erste laparoskopische supracervicale Hysterektomie (LASH) durch. Sechs Jahre später folgte dann die erste ambulante LASH in der Tagesklinik Altonaer Straße.

Als Mitbegründer des Velener Arbeitskreis für ambulantes Operieren (VAAO) formte er den Zusammenschluss der größten ambulant-operativen gynäkologischen Zentren Deutschlands. Noch heute prägt dessen Arbeit die deutsche Kongress-Landschaft. Darüber hinaus übertrug er erstmals eine OP live in ein Auditorium und etablierte so die Live-Surgery als tragendes Element der VAAO Kongresse.

Für sein weithin geschätztes Engagement erhielt Rolf Peter Lueken 2004 das Golden Scope der AGE.  Immer bemühte er sich um die Einheit von klinischer Tätigkeit und Forschung. Um den richtigen Nährboden für Innovationen zu schaffen, errichtete er die Brücke zwischen AGE und DGGG.

Neben seiner Berufung als Arzt war er ein vielseitig talentierter und begeisterter Sportler, dessen Leidenschaft in früheren Jahren dem Skifahren galt, und der bis zuletzt sein Glück und seine Entspannung beim Windsurfen und Golfspielen fand.

Rolf Peter Lueken verstarb am 23. Oktober 2019 nach schwerer Krankheit, die er bis zuletzt mit Würde und außerordentlicher Tapferkeit ertrug.

Mit ihm verliert die deutsche endoskopische Gynäkologie eine ihrer bedeutendsten und meistgeschätzten Persönlichkeiten. Im Namen aller Weggefährten erinnern wir uns mit großer Trauer und Dankbarkeit an Rolf Peter Lueken.

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Dr. B. Holthaus, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Endoskopie (AGE)

Dres. P. Biel und C. Bormann für das Team der Frauenklinik an der Elbe

Prof. Dr. A. Scharl, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtskunde (DGGG)

Dr. K.J. Neis, Wissenschaftlicher Koordinator Forum Operative Gynäkologie (FOG)

Prof. Dr. D. Wallwiener, Sprecher des German Board and College for Obstetrics and Gynecology (GBCOG)