Die AGE verneigt sich vor Dr. h.c. mult. Sybill Storz

Ein Blick zurück auf die Ende letzten Jahres verstorbene Wegbereiterin der Endoskopie und große Philanthropin Dr. h.c. mult. Sybill Storz

Moderne Gynäkologie ohne Endoskopie? So gut wie unmöglich – bei der Laparoskopie ebenso wie bei der Hysteroskopie und der Kolposkopie. Vorteile wie schnellere Genesung, weniger postoperativer Schmerz, minimale Narbenbildung, kürzere Krankenhausaufenthalte sowie präzise Diagnose und Behandlung in einer Sitzung: All das hat die Endoskopie (auch und) gerade in der Gynäkologie zum unverzichtbaren Verfahren für Ärztinnen und Ärzte gemacht. 

Foto: KARL STORZ

Moderne Gynäkologie ohne Dr. h.c. Sybill Storz? Nicht denkbar, denn die langjährige Firmenchefin von KARL STORZ hat die Entwicklung minimal-invasiver Verfahren über Jahrzehnte gefördert und dadurch entscheidend mitgeprägt – und das in einer Phase, in der minimal-invasive Operationsverfahren noch nicht zum klinischen Alltag gehörten. Mit großem Weitblick erkannte sie früh das Potenzial endoskopischer Techniken für eine schonendere, sichere und effektivere Behandlung der Patientinnen. 

Enge Zusammenarbeit mit der AGE

Dr. h.c. Sybill Storz arbeitete eng mit klinisch tätigen Gynäkologinnen und Gynäkologen sowie wissenschaftlichen Fachgesellschaften zusammen. Damit trug sie maßgeblich dazu bei, dass technische Innovationen konsequent an den praktischen Erfordernissen der operativen Gynäkologie ausgerichtet wurden. „Frau Dr. h.c. Sybill Storz wird uns immer so in Erinnerung bleiben, wie ihre Memoiren heißen: Stil. Stärke. Storz.“, so Prof. Diethelm Wallwiener. 

Eine enge Partnerschaft bestand auch mit der Arbeitsgemeinschaft Endoskopische Gynäkologie (AGE). Prof. Klaus Neis, erster Präsident der AGE, erinnert sich: „Frau Dr. h.c. Sybill Storz hat die AGE von der Gründung 1993 an stets großzügig unterstützt. Auch der Aufbau der Ausbildungszentren wäre ohne ihr persönliches Engagement nur schwer möglich gewesen. Hier fanden wir für unsere Anliegen immer ein offenes Ohr und eine Generosität, die oftmals weit über die geschäftlichen Interessen hinausging. Mit dieser Zuwendung, Freundlichkeit und Empathie hat sie in ganz besonderer Weise das Gesicht der Firma KARL STORZ geprägt.“ 

Ein sichtbares Zeichen dieser langjährigen Partnerschaft ist der von Dr. h.c. Sybill Storz gestiftete „Golden Scope“, der Past Präsidenten der AGE verliehen wird. Diese Auszeichnung steht symbolisch für Anerkennung, Kontinuität und das besondere Engagement für die gynäkologische Endoskopie. Prof. Sara Y. Brucker: „Wir werden Dr. Sybill Storz als eine in jeder Hinsicht starke Frau in unserer Erinnerung bewahren: Willensstark, meinungsstark, wissensstark hat sie sich in einem, damals noch sehr männerdominierten Umfeld, behaupten müssen und es so mit ihrer Persönlichkeit geschafft, KARL STORZ zu einem Weltunternehmen zu entwickeln.“ 

Großzügige Philanthropin

Parallel zu ihrer unternehmerischen Tätigkeit setzte Dr. h.c. Sybill Storz auch gesellschaftlich Maßstäbe. Sie unterstützte beispielsweise die German Doctors in Kalkutta, das Tuttlinger Frauenhaus, gründete mit ihrem Sohn die KARL STORZ Stiftung und entwickelte in diesem Rahmen das Mitmachmuseum TUTORAMA, um Kinder und Jugendliche für die MINT-Fächer zu begeistern. 

Zahlreiche Würdigungen für ihre Arbeit

Die große internationale Bedeutung ihres Lebenswerks spiegelt sich in zahlreichen Ehrungen wider, darunter der „Lifetime Achievement Award“ der International Society for Gynaecological Endoscopy, die Auszeichnung als „Pioneer in Surgical Endoscopy“ durch die Society of American Gastrointestinal and Endoscopic Surgeons, die Ernennung zum Ritter der Ehrenlegion sowie das Bundesverdienstkreuz am Bande. Darüber hinaus wurden ihr mehrere Ehrendoktorwürden im In- und Ausland verliehen.

Wichtiger Beitrag zur Entwicklung der Endoskopie

Die Arbeitsgemeinschaft Endoskopische Gynäkologie verneigt sich vor einer außergewöhnlichen Persönlichkeit, deren Wirken die gynäkologische Endoskopie nachhaltig geprägt hat, wie AGE-Präsident Prof. Erich Solomayer unterstreicht: „Durch ihr außergewöhnliches Engagement, ihre fachliche Exzellenz und ihre unermüdliche Einsatzbereitschaft hat Dr. h.c. Sybill Storz einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Endoskopie in der Gynäkologie geleistet. Im Namen der AGE möchte ich mich bei ihr für die Bereicherung der gynäkologischen Endoskopie ganz herzlich bedanken.

Die Partnerschaft mit KARL STORZ seitens der AGE geht weiter. Ihr Engagement wirkt ohnehin fort – in der klinischen Praxis, in der Ausbildung und vor allem zum Wohle der Patientinnen.

[17.02.2026]